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Brainstorming
„Binnenschifffahrt und elektronische Medien“
Am 2. Oktober 2001 veranstaltete die Forschungsgruppe
GTS/L im Rahmen des BMBF-Projektes eBusi-Net
- „ Die Auswirkungen der elektronischen Vernetzungen
auf die Geschäftsbeziehungen der
Binnenwassertransporte“ ein Brainstorming zum
Thema „Binnenschifffahrt und elektronische Medien“.
Ziel war es, erste Eindrücke und Erfahrungen von Experten aus
dem Marktsegment Binnenwassertransporte zu sammeln. Die
Ergebnisse des Brainstormings wurden der Redaktion der DVZ
(Deutsche Verkehrs-Zeitung / Deutsche Logistik-Zeitung) zur Verfügung
gestellt.
1. Teilnehmende Verbände:
VSL NR:
Ostrowski,
Rüdiger (41), geschäftsführender Vorstand des
Arbeitgeberverbandes Spedition und Logistik Nordrhein
Haberland,
Günther (48), geschäftsführender Gesellschafter der Firma
Zietzschmann in Neuss (Hafenspedition) und Mitglied des
Vorstandes im VSL, Bereich Binnenschifffahrt und Hafen
BDS:
Beckschäfer,
Andrea (43), Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Selbständigen,
Abteilung Binnenschifffahrt
Scheurle,
Roland, Leiter eines telematischen Projektes in der
Binnenschifffahrt und Mitarbeiter eines Mitgliedsunternehmens
des BDS
BDB:
Schwanen, Jens
(33), Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutsche
Binnenschifffahrt
Neuhoff,
Volker (30), im BDB zuständig für Öffentlichkeitsarbeit
2.
Zusammenfassung des Brainstormings:
LEITFRAGE DER DISKUSSION (Projektsleiter Dr. Dankwart
Danckwerts)
Elektronische
Medien, wo stehen sie heute am Markt? Welche Bedeutung haben
sie? Für den Bereich der Wasserspedition, für den Bereich der
Spedition überhaupt, für die Binnenschifffahrt einschließlich
der Reedereien und Genossenschaften und die Binnenschifffahrt
insofern als es sich um Partikuliere handelt? Gibt es die
Gemeinsamkeit von Interessen in bezug auf die Entwicklung dieser
neuen Technologien? Welche Veränderungen von Anforderungen,
Management, Qualifikation und Arbeit lassen sich heute schon
absehen aus den Erfahrungen, die die Anwesenden hier repräsentieren?
Scheurle:
Wir haben Computer auf Binnenschiffen installiert und haben
versucht diese Schiffe mit einer Internetverbindung mit dem Rest
der Welt zu verbinden.... Die technischen Möglichkeiten müssen
sich mit Sicherheit noch stark verbessern und
anwenderfreundlicher werden ...aber elektronische Medien auf
Binnenschiffen ist heute möglich.... wir haben zum einen
Kommunikation via Email gemacht...wir haben des weiteren
Positionsmeldungen der Schiffe übertragen an einen Server und
dort werden sie dann in einer Wasserstraßenkarte zur Verfügung
gestellt . Also im Prinzip geht es um die Informationsübertragung,
sowohl Position als auch logistische Daten, Ladelöschdaten etc.
zu interessierten Stellen außerhalb des Schiffes, egal wo die
jetzt sein mögen
Haberland:
...Wenn ich das mal aus Sicht der Wasserspedition sagen kann,
mit der Verkürzung der Lade-Lösch-Fristen wird es natürlich
immer wichtiger genau zu wissen, wann kommt denn das
Schiff...Denn eins ist ja klar: der typische Fall ist, der
Schiffer sagt einem, ich bin morgens früh um 6 da und tatsächlich
kommt er um 10 –...Das halte ich für eine sehr kurzfristige
Betrachtungsweise, denn dadurch wird insgesamt der Transportweg
teurer, irgendjemand muss die Kosten ja tragen und die bleiben
auch nicht beim Umschlagsbetrieb hängen.
Scheurle:
...Wir kommen von der Seite der Schifffahrt, und ich muss sagen,
dass das Interesse der Umschlagsunternehmen an Land aus unserer
Sicht noch sehr bescheiden ist, solche Mittel zu nutzen und eine
Optimierung des ganzen Transportablaufs zu erreichen.
Haberland:
Man müsste im Grunde, wenn man solche Fragen lösen will, die
öffentlichen Binnenhäfen mit einbeziehen ... Als
Wasserspedition hängen wir ja immer dazwischen, wir kriegen die
Krananlagen für bestimmte Stunden zugeteilt und dann ist das
Schiff nicht da. ... was ich mir sonst noch vorstelle, beim
Einsatz elektronischer Medien sind dann mehr Daten über die
Fracht selber. Die muss nicht notwendigerweise das Schiff haben.
Danckwerts:....
Was bedeutet denn diese Zeitfrage zum Beispiel für die Beschäftigten?
Was bedeutet sie für die Partikuliere? Welche Möglichkeiten
haben sie, wenn sie nicht gebunden sind, wenn sie freifahrende
Partikuliere sind mit diesen Medien? ...Aber alles das, was in
anderen Logistikbereichen auffällig hervor getreten ist, wird
natürlich auch hier ankommen. ....Ich bin erstaunt darüber,
dass die meisten öffentlichen Binnenhäfen dieses Thema gar
nicht angehen. Die Situation ist noch sehr uneinheitlich und
offen.
Haberland:
Also Auftragsabwicklung übers Internet, was unsere Leistung
angeht, kann ich mir auf absehbare Zeit noch nicht vorstellen.
Dafür ist das zu diffizil ... Was den reinen
Binnenschiffstransport angeht, könnte man sich so was
vorstellen, ich glaub nur nicht, das es schon funktioniert. Als
Binnenschifffahrtsspediteur hängen sie ja in der Regel in
festen Verträgen, das heißt, sie müssen ihren Kunden
garantieren, dass sie innerhalb bestimmter Fristen Ware irgendwo
abnehmen und transportieren. Und dafür suchen sie sich natürlich
einen Partner – das übers Internet laufen zu lassen, dann hätten
sie ja keinen Partner, sondern sie müssen sich dann für den
jeweiligen Transport einen suchen – wenn die Beteiligung
entsprechen groß wäre, könnte man sich so was vorstellen,
aber bis jetzt sehe ich das noch nicht.
Danckwerts:
Stichwort: Logistikmärkte und Internetplattformen, Frachtenbörsen
oder das Pinboard wie bei bintras, wo ja Partikuliere tatsächlich
reinstellen, da und da kann ich so und so viel Tonnen mitnehmen
auf einer Fahrt von da nach da.... Das Problem ist im Moment,
dass es sich immer um Spot-Sachen dreht, also Zufrachten in Größenordnungen
von, nehmen wir mal an 500 Tonnen oder 750 Tonnen was da
reingestellt wird, noch keine größeren Sachen, keine
Voll-Ladungen. Das macht das Ganze für den Verlader oft nicht
so attraktiv.
Haberland: ... Deswegen fände ich es auch wichtig in
solche Geschichten die öffentlichen Binnenhäfen mit
einzubeziehen, weil nämlich genau die die Planung der
Verladezeiten machen.
LEITFRAGE (Danckwerts)
Förderung der Nutzung elektronischer Medien als
verbandliche Aufgabe?
Würden Sie sagen, dass Sie
als Verbände eine solche Entwicklung unterstützen? Dass Sie
dann Ihre Aufgabe darin sehen, solche Entwicklungen zu unterstützen?
und für die einzelnen Speditionen die Chancen der Abwicklung
ihrer Arbeit zu verbessern, und um auch überall hinein zu
kommen in die Zusammenhänge, in die Felder, wo das anfängt
auch genutzt zu werden. Also, sind die Förderung,
Qualifikation, Beratung und Nutzung der neuen Technologien eine
originäre Aufgabe der Verbände für ihre Mitglieder?
Ostrowski:
... Die Frage müssen wir genau unter dem Netzwerkgedanken
sehen, der Verkehrsablauf ist ja letztlich ein Netzwerk, Sie
haben ja den zentralen punkt angeschnitten, je schneller und
reibungsloser sie die Schnittstellen organisieren, um so besser
läuft das Netzwerk Transport,.... Und wenn jetzt die
Binnenschifffahrt sich stärker einklickt in die Vernetzung in
ein solches System, dann dient das dem Verkehrsablauf und der
Spediteur hat Wahlmöglichkeiten und das kann nur sinnvoll
sein.... Also eine richtige verbandliche Aufgabe für eine
Vernetzung der verkehrsträger aus der Sicht eines
Speditionsverbandes zu sorgen, ist es glaube ich, eher nicht.
Unsere Interessensvertretung ist eine politische
Interessensvertretung, arbeitsrechtlich und sonstige, das sind
die Schwerpunkte unserer Arbeit, aber von dem Interesse der
Unternehmen zweitrangig sozusagen ist es schon eine, weil die
Unternehmen dann Wahlfreiheit haben, eine Verbesserung der
Wahlfreiheit haben und deswegen ist das natürlich zu unterstützen.
Danckwerts:
.... Die Arbeitsgemeinschaft hat das als seine Aufgabe
angesehen, mit einer sehr guten Broschüre auf diese Veränderungen
und diese Möglichkeiten hinzuweisen.
Schwanen:
.... ich halte es natürlich für eine verbandliche Aufgabe für
eine Vernetzung zu sorgen, d.h. die Binnenschifffahrt auch mit
den modernen Kommunikationsmitteln auszustatten, die
erforderlich sind, um sich am Markt behaupten zu können.
Ich würde
gerne diese Diskussion noch auf bestimmte andere Bereiche
ausweiten, die ich für mindestens genauso spannend halte, nämlich
wenn es darum geht: „Wie wird sich das ganze Berufsbild
beispielsweise durch solche Vernetzungen entwickeln?“, .....
Wie entwickelt sich die Ausbildung des Berufsstandes? Wie sieht
es mit der Weiterbildung aus?“, ....Es ist mit Sicherheit auch
spannend das soziale Umfeld zu beleuchten. Die Vernetzung hat
gewiss auch Auswirkungen auf den Freizeitbereich. Oder: „Wie
stellt sich das Berufsbild des Binnenschiffers zukünftig nach
Außen dar?“ ....Wir haben keine verlässlichen Daten darüber,
wie viel Partikuliere eigentlich tatsächlich mit einem
Email-Anschluss ausgestattet sind. Wer hat überhaupt eine
Email-Adresse und wer ist in der Lage diese Email-Adresse von
seinem Schiff aus zu bedienen?
Vorstellung des Projekt-Arbeitspaketes „Inlandsverkehre
und elektronische Vernetzung“
Danckwerts ....Wir sind jetzt dabei und wollen regional
Arbeitskreise separiert nach Schifffahrt (Partikulieren),
Speditionen und Häfen initiieren.
Haberland:....Wie kommen Sie darauf, dass die
Anforderungen je nach Region unterschiedlich sind?
Danckwerts: Die Verhältnisse sind nach Region
unterschiedlich, weil man an den Häfen und ihren Umfeld
beispielhaft etwas demonstrieren kann. Das ist ein bundesweites
Projekt, wir streuen auch die Veranstaltungen bundesweit. ....
Soweit ich das mitkriege ist die Binnenschifffahrt in den östlichen
Wasserstrassen anders strukturiert und ausgestattet als hier. So
können wir etwas wie ein repräsentatives Bild bekommen.
Schwanen: ... Wir als Bundesverband sind durchaus in der
Lage, diese Fragen von Duisburg aus zu beantworten....
Danckwerts: Bei den Häfen nicht –.....Ob Sie das alles
von hier aus informativ abbilden können, das ist eine andere
Frage. Wir meinen: nein.... Ganz sicher bin ich nur bei den Häfen,
dass das unterschiedlich ist und ich bin auch der Ansicht, dass
die Speditionen unterschiedlich arbeiten.
Haberland. Warum nimmt man dann nicht den Bundesverband
der Binnenhäfen mit dazu? Ich wäre bereit, den Kontakt
herzustellen, da der Vorsitzende Mitglied unserer Verbandsgruppe
Binnenschifffahrt ist.
Wie steht
es denn mit der Beteiligung der Auftraggeber? Der Industrie?
Danckwerts: .....Wir haben in unserem
Lenkungskreis....Vertreter von großen Industrieverbänden. Wir
haben die Kohle dabei, wir haben die Chemie dabei,....
Verladerunternehmen, .... Vertreter des BDI.
Ostrowski: Wir haben das Thema ja auch am Anfang
diskutiert und waren der Meinung, dass der Handel und die
Industrie nicht dominierend sein soll, weil hier geht es ja um
den bewegenden Teil der Güter ...., hier sitzen ja die Partner
am Tisch, die die Güterbewegung organisieren und da gehört die
Industrie eigentlich nur am Rande, an der Schnittstelle mit
dazu.
Danckwerts: ....Damit dieses Prinzip deutlich wird: Wir
gehen davon aus, dass die Unternehmen und die Verbände, die
jeweils diesen Bereich vertreten oder ausführen, also Häfen,
Schifffahrt und Speditionen die anderen da hinführenden, zu den
Wasserverkehren hinführenden Aufgaben selbst auch wahrnehmen,
davon gehen wir aus. .... Es gibt mehr und mehr Hinweise darauf,
dass Großverlader Interesse daran haben, auch als Alternative
Schiffe zu benutzen, und wenn die dann kommen und sagen, ‚können
wir das nicht kooperieren, was braucht ihr für Informationen
und was brauchen wir, was könnt ihr uns von der
Schifffahrtsseite aus für Informationen geben, damit wir
Transporte rechtzeitig für uns vorbereiten können, die dann übers
Wasser gehen’. Das ist natürlich ein Zusammenhang der uns
auch interessiert....
Beckschäfer: Das würde ich gerne bekräftigen. Es ist
ja nun nicht so, dass die Binnenschifffahrt nur über die
Speditionen Transporte fährt. Ich denke auch, dass die
Entwicklung noch weiter gehen wird. Ein Thema hier ist ja auch
Marktplätze oder Arbeitsgemeinschaften zur Übernahme von Großaufträgen,
dass kann man ja durchaus auch mal ohne Speditionen sehen.
Ostrowski: Wie hoch ist denn heute der Prozentsatz, würden
Sie schätzen, zwischen Urverladern und Spedition?
Beckschäfer: Da das im Moment noch überwiegend über
Reedereien und Genossenschaften abgewickelt wird, kann ich das
sehr schlecht schätzen, also jetzt aus Partikuliersicht. Also
der direkte Kontakt vom Partikulier zum Verlader, zum
Auftraggeber, ist im Moment gering. Ich vermute aber mal, dass
es mehr werden wird.
Ostrowski: ....wie viel Direktzugang wird da organisiert
und wie viel wird über Speditionen abgewickelt?...... Nicht
Abschlüsse, sondern Volumen. Nicht den Einzelabschluss, sondern
wie viel Volumen an Tonnenkilometern läuft über Direktvertrag.
Aber ich würde auch sagen, dass das so 80/20 ist in der
Binnenschifffahrt, 80% über die Spedition und 20% direkt.
Beckschäfer: Nein, nein, das ist mit Sicherheit
umgekehrt, mit Sicherheit.
Ostrowski: Wegen der Reederei jetzt? Weil die Reederei
dazwischen steht?
Beckschäfer: Ja, die Reederei ist der Frachtführer und
wenn die Reederei direkt mit dem Auftraggeber abschließt, steht
ja keine Spedition mehr dazwischen. Wir sagen ja auch immer, wir
sind nach der heutigen Auslegung eher
Binnenschifffahrtsspeditionen als im klassischen Sinne
Reedereien. Wenn Sie das Ganze vertraglich betrachten, treten
die als Frachtführer auf und nicht als Spediteur.
Danckwerts. Gibt es denn eine überregionale
Arbeitsgemeinschaft der Wasserspediteure?
Ostrowski: Nein.
Haberland: Was wir haben ist innerhalb des Verbandes eine
besondere Gruppe Binnenschifffahrt.
Danckwerts: Ja, da bin ich ja auch einmal gewesen, bei
einer Veranstaltung eines anderen Verbandes und da habe ich
gemerkt, dass es da eine große Furcht vor dieser Entwicklung
gibt, weil die davon ausgehen, wenn das auf die Schiffe kommt,
die elektronischen Medien, dann wird ihnen was genommen von
ihrem Know-how. Das ist ja vielleicht auch keine ganz falsche
Vorstellung.
Ostrowski: Das kann ich nur bestätigen. Wir führen ja
ein Spediteur-Portal ein ... Es kommt immer wieder aus dem
Unternehmerkreis der Hinweis ‚Transparenz ist nicht gut für
den Markt’. Aber wenn wir das nicht selber in die Hand nehmen
mit diesem Portal, dann macht es jemand anders.
Chancen und Risiken
elektronischer Vernetzung
Schwanen: ....Mir geht es eigentlich mehr um Wirkungen,
die über das hinaus gehen was im Moment sich bereits in der
praktischen Anwendung bzw. Erprobung befindet..... Mich
interessiert z.B. die Entwicklung des Berufsbildes
„Binnenschiffer“. Der BDB hat in diesem Punkt ein
Engagement, weil wir sehen, dass die Binnenschifffahrt sich
insgesamt zwar in einem gewissen Aufwärtstrend bewegt, aber die
deutsche Binnenschifffahrt überhaupt nicht, im Gegenteil, die
verliert immer mehr an Marktanteil. Wir haben immer weniger
deutsche Partikuliere. Das ist ein Trend wo wir versuchen müssen
gegen zu lenken: Beschränkt sich das Berufsbild des
Binnenschiffers wirklich darauf, dass jemand mit seinem Schiff
von A nach B fährt, oder ist das vielleicht doch noch ein
bisschen mehr? Ich denke da z.B. an betriebswirtschaftliches
Know-how
Beckschäfer: Ich würde
auch nicht den einzigen Schwerpunkt darauf legen, aber einen
Schwerpunkt würde ich da schon gerne sehen, denn das eine ist
mit dem anderen untrennbar verbunden. Da haben wir in einem
Arbeitspaket das Stichwort der Partikulier als Kaufmann, und da
ist gerade das, wo man dem Partikulier aufzeigen kann, ‚wo könnte
ich denn hinkommen, wenn ich mich in dieser Hinsicht mal
bewegen?’ .... Den Leuten aber einfach mal vor Augen zu führen,
‚wie kann ich mich denn kaufmännisch weiter entwickeln, wenn
ich für den Bereich mal interessiere, was kann ich da für ein
Wissen erlangen, was habe ich für eine Transparenz, was habe
ich für Möglichkeiten vielleicht auch eben direkt auf den
Verlader zuzugehen’, das wäre mir schon ein wichtiger
Schwerpunkt.
Danckwerts: ..... Das ist ein sehr zentrales Thema, dass
die Attraktivität des Berufsbildes sich besonders für junge
Leute aus dem neuen technologischen Zusammenhang ergeben wird.
Im kaufmännischen Zusammenhang ist die Attraktivität da,
selbst tätig zu werden als Händler, als Spediteur auch vom
Schiff aus, als Unternehmer. .....
Schwanen: Imagekampagnen für diesen Verkehrsträger zu
betreiben halte ich für einen wichtigen Punkt, jenseits der
Verbesserung der Wasserstraßen-Infrastruktur. ...... Und
deswegen glaube ich, dass es schon wichtig ist, dass wir erst
mal versuchen den Status Quo aufzunehmen. Wir müssen wissen, wo
befinden wir uns zur Zeit.
Danckwerts: .....Es gibt das Wirtschaftsinteresse
zusammen mit Unternehmensinteressen und ökologischen oder
verkehrspolitischen Aufgaben, die Schifffahrt überhaupt in
einen Stand zu versetzen, der höhere Anteile am Transport auf
dem Wasser bringt. Das andere ist die Sache mit der deutschen
Binnenschifffahrt – ich halte es aber für eine Illusion, die
deutsche Binnenschifffahrt intensivieren zu wollen ohne die
Binnenschifffahrt insgesamt zu aktivieren. .....
Schwanen: ...... Wir sollten sehen, dass mit der
Vernetzung auch erhebliche Gefahren verbunden sind. Gerade für
den einzelnen Partikulier, der womöglich hinterher im wahrsten
Sinne des Wortes in einem Netzwerk verstrickt ist, was ihn
vielleicht aufzufressen droht. Das gilt auch für das Stichwort
virtueller Marktplatz, wenn ich in der DVZ lese, dass innerhalb
von 15 Minuten auf ein Angebot bereits so viele Bewerbungen da
sind, dass der Zuschlag erteilt werden kann, dann möchte ich
den Partikulier sehen, der mit seinem Notebook und seinem Handy
rund um die Uhr online ist um nur ja rechtzeitig dabei zu sein
und den Zuschlag zu bekommen. Solche Risiken müssen in dem
Projekt auch beleuchtet werden.
Danckwerts: ...... Wenn ich mir jetzt den Partikulier
vorstelle, der so arbeitet wie Sie gesagt haben, der hat auch
keine Grenze seiner Zeit, der ist immer im Geschäft und das ist
ungehemmter Arbeitseinsatz in einer Weise, die wir natürlich
nicht gegen den Willen der Schiffer fördern wollen –
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