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Kombinierte
Verkehre in der Binnenschifffahrt
ein
Dilemma ohne Ende?
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Im
Zentrum des Beitrages steht der Begriff der Funktionalität als
Einheit von notwendiger Infrastruktur und Vernetzung der Häfen
in den regionalen Raum. Die regionale Kooperation, im auf den
Siedlungsraum gerichteten Gesamtinteresse, kann dabei wesentlich
zur Steigerung der Umschlagsleistungen, Arbeit und
Unternehmenskompetenz beitragen. Um den Verkehr auf dem Wasser
zu intensivieren, müssen aber weiter Verkehre nachgezogen
werden. Die Kombination und Vernetzung der wichtigsten
Verkehrsträger ist die einzig erfolgversprechende Möglichkeit,
den absehbaren Transportkollaps zu vermeiden. Dabei spielen neue
elektronische Medien eine wichtige Rolle. Weiter gilt, je
umfangreicher die Leistungen der funktional eigenständigen Häfen,
desto höher Transportwesen und –dichte und desto mehr Arbeit
in den Wasserregionen. Die Häfen sind dabei die eigentlichen Träger
der Wasserwege und Katalysatoren ihrer Entwicklung. Allerdings
braucht Entwicklung, verstanden als Austausch von Erfahrungen
und dem Lernen aus ihnen, Zeit. Zudem ist die Politik gefordert,
ein Gesamtkonzept zu entwickeln und zu gestalten, sowie die
fundamentalen Rahmenbedingungen zu sichern.
I. Einleitung
Gesichert
gilt, dass die Güterbewegungen auf Flüssen und Kanälen im
Verhältnis zum Transportaufkommen insgesamt weiterhin zurückbleiben.
Die Politik nimmt die Binnenschifffahrt in Hinsicht auf ihre
Leistungen kaum zur Kenntnis. Es scheint, als würde sie randständig
bei der Suche nach Lösungen für zukünftige Transportzuwächse
eingeschätzt. Dem
entspricht die resignative Stimmung in dieser Branche, 'es geht
eben halt zu Ende'. Um die Entwicklung umzukehren, werden nicht
nur intelligente logistische Lösungen
verlangt, es braucht einen tiefgreifenden Neuanfang. Aber wie
sieht er aus, wer soll ihn erbringen und lohnen sich denn für
alle Beteiligten die notwendigen Aufwendungen auch? Ich greife
jetzt auf einen Diskussionsbeitrag von mir zurück, der anläßlich einer Tagung zur
'Zukunft des Güter- und Wirtschaftsverkehres im Ruhrgebiet 1995
gehalten wurde. Die Situation hat sich nicht grundlegend geändert.
"Das
Gütertransportsystem (GTS) besteht in der Realität nur als ein
additives System. Die gedankliche Zusammenfassung der
beteiligten Träger, Organisationen und Infrastruktur läßt
leicht vergessen, dass die Güterbewegungen über einen Markt
vernetzt werden, der eine außerordentlich heterogene Struktur
aufweist. Die Chancen einer Vernetzung setzen so nicht nur die
informationelle Vernetzung aller Beteiligten voraus, umfassen
darüber hinaus nicht allein entsprechenden Verzahnungen der
materiellen Güterbewegungen, sondern haben auch die Gleichheit
der Bedingungen für alle Verkehrsträger zur Voraussetzung.
Schon die Beseitigung der Privilegien, die aus
strukturpolitischen Erwägungen beispielsweise der Bundesbahn in
ihren Tarifen zukommen, würde zwischen Bahn und Schiff
erhebliche Verschiebungen bringen".
Ein
gebräuchliches Allheilmittel sollen die 'kombinierten Verkehre'
darstellen.
Aber
auch diesen Lösungen stehen verbreitet aktuelle Widersprüche,
Interessengegensätze, Immobilität und das Denken in
eingefahrenen Strukturen entgegen. Mangelnde Interessenkongruenz
der Beteiligten, fehlende Markttransparenz und die Zufälligkeit,
mit denen Kombinationen entstehen, wie damit verbunden der
ausbleibende Erfolg lassen an positiven Entwicklungen zweifeln.
Der Verweis auf die Notwendigkeit besserer Lösungen für die
Erhöhung des Transportanteiles der Binnenschifffahrt geht ins
Leere. Sie wird erst ihre Möglichkeiten entfalten, wenn der
systemisch genannte Zusammenhang in der
Praxis Umsetzung findet. Gefordert ist eine Beteiligung aller Träger
in abgestimmter Weise nach ihren jeweiligen Leistungen in den
konkreten Transportabläufen. Der systemische Ansatz kann
besonders unter den Bedingungen der elektronischen Medien und
ihren Vernetzungen eine Kette generieren, die, immer
aktualisiert, unterschiedliche Zielpräferenzen, temporäre und
lokale Spezifika sowie diverse kalkulatorische Bedingungen berücksichtigt.
Eine
Änderung der Bedingungen zur Entwicklung neuer Strukturen und
Verhaltensweisen von den beteiligten Akteuren ausgehend ist
unter den heutigen Verhältnissen nicht zu erwarten.
In der laufenden
verkehrspolitischen Diskussion über Gütertransporte gilt die
Kombination der wichtigen Verkehrsträger als einzige
erfolgversprechende Aussicht, den absehbaren Transportkollaps zu
vermeiden. Hochgradig arbeitsteilige Wirtschaft, weltweit
verflochten, muß sich nur konflikthaft entwickeln, wenn die
erforderlichen Kooperationen, die durch Vernetzung gesichert
werden können, in den materiellen Güterbewegungen nicht gewährleistet
werden. Dies gilt um so mehr als die informationellen
Voraussetzungen dafür in einer bislang nicht erahnten Weise
Realität sind.
Ich erlaube
mir, als These zu formulieren:
Aus den
Bedingungen der Marktstruktur, des gegenwärtigen Umbruchs mit
seinen Verunsicherungen und der politischen Handlungsunfähigkeit
ist von einem erfolgreichen ‚Kick-off‘ der Umsetzung von
Kombiverkehren nicht auszugehen.
Diese These
geht von der Annahme aus, dass Straße, Schiene und mit
wachsender Tendenz auch die Flugzeuge jeweils durch spezifische
Leistungsvermögen gekennzeichnet sind, die in Kombination
untereinander effizient, ökologisch und wirtschaftlich
erfolgreich Gütertransporte bewältigen. In der Bewegung vom
Naturstoff zur Vermischung, Umwandlung und Produktion, die
schließlich übergeht in die Konsumtion und danach in die Zurückführung
der Wertstoffe in den Kreislauf oder zur Entsorgung, werden die
unterschiedlichen Leistungsparameter der Verkehrsträger jeweils
in spezifischer Weise genutzt.
Das
System der Güterverkehre auf Flüssen und Kanälen ist einmal
durch diese selbst geprägt, aber vor allem durch die Stützpunkte
entlang ihrer Läufe: die Häfen. Nun gibt es über sie eine
breite und ausführliche Literatur, umfassende statistische
Berichte zu ihrer Beschaffenheit und Entwicklung und mannigfache
analytische Betrachtungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
und prognostischen Aussagen. Es läßt sich eine Entwicklung mit
wenigen Strichen über die Binnenhäfen aufzeigen, die für den
Übergang der 80ger zu den 90ger Jahren allgemein durch eine
hohe Perspektivlosigkeit gekennzeichnet war. Heute zeigen sich
davon entfernend an vielen Standorten Belebungen, so dass man
fast von einer Renaissance sprechen könnte. Für eine länger
Periode, sagen wir von der Mitte der 70ger bis zum Ende der
80ger Jahre, ist von einer Periode auszugehen, die durch den Rückgang
der Massenguttransporte, den Niedergang großindustrieller
Produktionsstätten mit abertausenden Beschäftigten, vor allem
am Rhein gekennzeichnet war. Als eine Folge dieses
Strukturwandels und der Umorientierung der Verlader/ Befrachter
gilt, dass in der Politik der Bundesländer und der Kommunen die
Vorstellung reifte, die Vernachlässigung regionaler Funktionen
von Häfen entspräche transportlogistischer Zukunft, die
in Rechnung zu stellen sei. Hinzu kommt, dass die Transportträger,
und ihre Befrachter wie Reedereien, Speditionen, Großunternehmen
oder Verlader auf eine besondere Weise auch den
politischen Entscheidungen im Prozess der europäischen
Einigung ausgesetzt waren. Die nationalen Regierungen,
beispielsweise der Niederlande, Belgiens und der Bundesrepublik
haben unterschiedlich auf die Herausforderung reagiert. Für die
deutsche Politik galt: Die Deregulierung wurde praktisch
umgesetzt, ihre Folgen politisch nicht aufgegriffen und vor
allem wurde akzeptiert, die an die Regulierung gekoppelte
Harmonisierung nicht nachdrücklich einzufordern. Die Reedereien
folgerten daraus beispielsweise, sich unter dem Druck des
allgemeinen Trends sich auf ihre Kernfunktion als Reedereien
bzw. Wasserspeditionen zu besinnen und einen großen Teil ihrer
Schiffe - vertraglich an sich gebunden -
in das Eigentum von Schiffsführern überzuleiten. Das
hat – jedenfalls bezogen auf die Verhältnisse in der
Bundesrepublik Deutschland – nachhaltige Auswirkungen gehabt.
Behalte
ich die zentrale Fragestellung dieses Beitrages im Blickfeld,
dann interessiert mich der Zusammenhang Wassertransporte und Häfen
wesentlich auch vor allem in Bezug auf das, was hier für
kombinierte Ladungsverkehre herausgehoben wurde, die Vernetzung
als Raumintegration. Mir scheint, es macht keinen Sinn, hier
einen akribischen Bericht über die technischen Ausstattungen
als Voraussetzungen für Kombinationen von Verkehren zwischen
Wasser, Schiene und Straße an Hafenstandorten zu geben.
Vielmehr ist die Funktionalität dieses Zusammenhanges als
Einheit von notwendiger Infrastruktur (entsprechende Anschlüsse
von Straßen und Gleisen, technische Ausstattung mit den
erforderlichen Umschlagsanlagen und anforderungsgemäßer Gewährleistung
sicherer Wasserwege) und Vernetzung des Hafens in den regionalen
Raum zu begreifen. Die Wahrnehmung von Funktionen als
Zwischenstationen langer Transportwege über Wasser unter
Einschluss logistisch fundierter Disposition für den Raum und
zu weltweiten Transportbewegungen gelten als die
Leistungsparameter auch moderner Binnenhäfen.
Auf
einen einfachen Nenner gebracht heißt das: die erfolgreiche
Wahrnehmung der Möglichkeiten von kombinierten Ladungsverkehren
setzt an den Hafenstandorten eine diesen entsprechende
umfassende Ausstattung, ein aufgeschlossenes und qualifiziertes
Unternehmensmanagement und Investitionen für die erforderlichen
Ausstattungen voraus. Damit ist die innere Struktur eines
Binnenhafens angesprochen, die maßgeblich ist für seine
Bedeutung in den Transportabläufen
über
Wasser, Schiene und Strasse im Wechselverhältnis mit der
Region. Mit diesem Hinweis wird es wichtig, die weiteren Ausführungen
differenziert nach den Hafenstrukturen und dem Charakter der
Hafenfunktionen zu behandeln. Die Nutzung der Wasserstraßen als
Transportketten durch Konzerne erfolgt im Rahmen intern
gesteuerter Güterbewegungen. Sie bedürfen selbstverständliche
auch der
geografischen,
technischen, organisatorischen und arbeitsmäßigen
Voraussetzungen, die einen Hafen ausweisen. Trotzdem spricht
etwas dafür, sie nicht mit Umschlagsplätzen gleichzusetzen,
die als offene Schnittstellen zwischen Land und Wasserverkehren
funktional eigenständige Häfen bilden. Als solches
charakterisieren sie Zusammenhänge, deren Ursprünge in der
Regel historisch zurückliegend auch auf der Grundlage
geografischer Voraussetzungen herzuleiten sind. Aber ihre Beständigkeit
gründet nicht auf wenigen Unternehmensinteressen, sie ergibt
sich aus einem auf den Siedlungsraum gerichteten
Gemeinschaftsinteresse.
Dies
hat in den zurückliegenden 2 Jahrhunderten zumeist die Form
kommunaler Institutionen gefunden, die das
Gemeinschaftsinteresse in der Förderung des Gewerbes, der
Steuereinnahmen und der Arbeitsplätze sahen. So repräsentieren
sie heute im Einzelnen oder insgesamt die ganze Vielfalt eines
örtlichen Transportmarktes, in seinen direkt darauf bezogenen
Teilen, wie die tief in die regionale Wirtschaft hineinwirkenden
abgeleiteten Dienste.
In ihm finden die erforderlichen Leistungen aus diversen
Elementen von Angebot und Nachfrage unterschiedlicher selbstständiger
Unternehmen zusammen.
Das
ist natürlich auch von Bedeutung für den
kalkulatorisch-wirtschaftlichen Funktionszusammenhang. Auch ein
Umschlagsplatz wie Schwelgern für Thyssen etwa ist ein Ort, wo
Kosten des Produktionszusammenhanges anfallen. Nur hier sind sie
konzeptionell in die gesamte Konzernstrategie eingepasst und im
Gesamtergebnis abgesichert. Auch wenn neuere Entwicklungen
solche Segmente als Profitcenter zur
Überprüfung der wirtschaftlichen Effizienz eigenständig
kalkulieren, bleiben sie vom Markt ausgeschlossen. Ebenfalls
gilt, dass die vielfältig zu beobachtenden Öffnungen der
Konzerne gegenüber regionalen Marktbedingungen auf der Suche
nach kostengünstigeren Lösungen, die dann eingekauft werden,
keinen grundlegenden Unterschied ausmachen zu dem Ausgang einer
Logistik aus einer Hand.
Die
offenen Häfen sind nach ihrer Innenstrukturen durch besondere
Merkmale gekennzeichnet. Ihre personelle, materielle und
Leistungskompetenz wird in und aus dem erwähnten Kontext
regionaler Vernetzungen gebildet, basiert auf ihnen und sichert
sie umgekehrt wirtschaftlich ab. Wenn in dieser Darstellung also
im Zusammenhang der Frage nach den Möglichkeiten kombinierter
Ladungsverkehre ausschließlich von diesen Häfen ausgegangen
wird, soll das nicht leugnen, dass innerhalb ihrer großen Zahl
die Besitzverhältnisse, Ausstattungen, regionalen Einbindungen
usw. sehr variieren und in den letzten Jahren auch Privat
–Unternehmenshäfen versuchen, sich dem Markt mehr und mehr zu
öffnen. Als van Lieth 1975 das Verhältnis zwischen den
Verladern und Frachtführern in öffentlichen Häfen auf einen
Nenner brachte, wählte er das Bild "Die Häfen müssen der
Industrie gefallen“.
Damit drückte er in prägnanter Weise aus, was eine erhebliche
Anzahl von Binnenhäfen ausmachte und den größten Teil des
Umschlags bewirkte, nämlich die Privathäfen und das Interesse
der großen Produktionsbetriebe entlang des Rheins. Ich habe
weiter oben angedeutet, dass seit dieser Zeit weitreichende und
radikale Veränderungen in Bezug auf diese Nachfrage und den
Massenguttransport eingetreten sind. Der Blick auf die Häfen muß
immer mehr in Rechnung stellen, dass es sich bei ihnen um
Mehrebenenschnittstellen in den Transportketten handelt, die als
relativ eigenständige Systeme die regionalen Transporte in
ihren Wirtschaftsbeziehungen mit den überregionalen, gar
weltweiten verbinden. Diese regionalen Räume bilden eigenständige
Transportverflechtungen miteinander und verbinden ihre
Leistungen im Einzelnen wie im Verbund über die Funktionalität
des jeweiligen Hafens. Intensität, Breite und Tiefe der
Raumversorgung, also der Anteil der Güterbewegung auf dem
Segment Inlandwasserverkehre, macht die regionale und
volkswirtschaftliche Potenz der Leistungen aus. Verkehre auf dem
Wasser intensivieren heißt, weitere Verkehre nachziehen. Je
umfangreicher die Leistungen der Distribution und Gütersammlung
durch die Häfen ist, um so mehr wächst das Transportvolumen
und wird Arbeit in die Wasserregionen generiert.
Die
Kombination der Verkehre, die an den Schnittstellen Wasser-Land
gebündelt, kommissioniert, gelagert, ins Land distribuiert und
vom Land ausgehend für den Schiffstransport aufbereitet werden,
macht damit also das aus, was intelligente Logistik auf dem
Wasser heißt. Erfolgreich praktiziert ist es ein Zeichen der
modernen Leistungsfähigkeit von Speditionen in den
Hafenstandorten, der Umschlagsbetriebe und Binnenschiffer das
noch in jede Richtung Reserven aufweist. In mehrfacher Hinsicht
sind aus diesem Grunde Häfen die eigentlichen Träger der
Wasserverkehre und Katalysatoren ihrer Erweiterung.
Ob
sich diese angesprochene Kompetenz aktuell und in Zukunft auch
tatsächlich als Motor der Entwicklung der Wasserverkehre
erweisen wird, hängt davon ab, die Funktionalität der
Kombination neu zu definieren.
Aus
vielfachen eigenen Erfahrungen ist zu berichten, dass der Rückgang
des Anteils der Wassertransporte an den Güterbewegungen nicht
als Herausforderung
verstanden
wird, sondern nur bewirkte, die alten Strukturen in den
bestehenden Verhältnisses durch die Akteure an den
Hafenstandorten um jeden Preis zu schützen. Eine Folge davon,
die zugleich als Barriere der Entwicklung neuer Geschäftsbeziehungen
gilt, ist in den zwar verständlichen, aber gleichwohl den
Marktverhältnissen nicht mehr angemessenen Versuchen zu sehen,
die traditionellen persönlichen Beziehungen in den regionalen
Kontakten, in bekannter Manier, versiert und kompetent weiter zu
pflegen. Verständlich ist diese Haltung insofern, als die neuen
elektronischen Medien die Vorteile der Kompetenzen vor Ort
bedrohen. Insoweit die wachsende Transparenz der Märkte über
Internetpräsentationen weltweit sich entwickelt, wird sie zum
Anlaß genommen, sich jeweils vor Ort abzuschotten.
Dabei
wirken sich diese neuen Möglichkeiten erst als Gefährdung
regionaler Kompetenzen aus, wenn diese selbst nicht im Sinne der
elektronischen Möglichkeiten weiterentwickelt werden. In der
Umkehrung bieten sie doch die Chance, selbst in das Feld der
Disposition überregional zu intervenieren.
Wenn sich die gewachsene regionale Kompetenz darüber hinaus vor
allem den speditiven Anforderungen stellt und den
informationellen Zugang zum weltweiten Transportmarkt erschließt,
kann von Münster oder Riesa aus, der Wassertransport in Ketten
gebunden werden, die Seeverkehre, die Bahn oder LKW-Transporte
umfassen. Es ist auf mangelnde Kenntnis hinzuweisen, vor allem
aber auf den angesprochenen Zusammenhang, nach dem die
regionalen Akteure als Spediteure, Befrachter oder Frachtführer
wirtschaftlich vor allem benachteiligt sind und sich damit
existentiell bedroht fühlen. Dies besonders im Status kleiner
und mittlerer Unternehmen, was oft in dieser Zeit der Umbrüche
mit einem Generationswechsel in der Selbstständigkeit und der
Geschäftsaufgabe zusammenfällt.
III. Gibt es in der Zukunft noch eine
Binnenschifffahrt?
Diese Frage stellen, heißt sie beantworten, und zwar
mit Ja. Aber das ist banal und wenig hilfreich. Bislang ist eine
skeptische Einstellung eher geboten, als Euphorie. In einer
Prognose wird für den Binnenschiffstransport in NRW für den
Zeitraum von 1990 bis 2010 eine überproportionale Zuwachsrate
von 29% vorausgesagt, LKW Nahverkehr 12% die Bahn kommt auf 22%.
Dem steht für die ersten 10 Jahre tatsächlich ein Stillstand
in der Entwicklung gegenüber von 1990 mit 127.410 Tausend t bis
1999 mit geringfügigen Schwankungen auf 118.250 Tausend t.
IV. Ausblick
Ich
beginne, ausgehend vom letzten Themenzusammenhang, mit dem
Versuch einer Annäherung.
1.Der Impuls aus der Mitte der Schifffahrt
.
Die
DVZ berichtet über ein Binnenschifffahrts-Kolloquium der
Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) unter
der Überschrift: Binnenschifffahrt muss in die Offensive gehen. Es entsteht der Eindruck,
die Gewerbe seien die Verbandsvertreter. Nur an einer Stelle
wird in diesem Text der Kernzusammenhang hervorgehoben. Danach
verdeutlichet Herr Dr. Peter Langenbach,
Vorsitzender des Binnenschifffahrtsausschusses des BDI:
"Für die Zukunft haben nur die deutschen
Binnenschifffahrtsbetriebe eine Chance, die sich noch stärker
als bisher als flexible innovative Unternehmen begreifen und
individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenen,
attraktive Transport- und Logistikangebote entwickeln".
Aber auch hier spricht ein Verbandsvertreter, nicht einer der
„Macher“. Wir sind in unserer Arbeit nie durch den Blick auf
die Branche weiter gekommen, wir haben immer die Schilderungen
der Praktiker zum Ausgang genommen für die Versuche, den
Zustand zu erfassen. Wenn ich danach über die Perspektive der
Binnenschiffahrt nachdenke,
dann ist sie nicht hoffnungsvoll, aber auch nicht aussichtslos.
Es kommt auf den Ansatz
an. In unzähligen Diskussionen mit denjenigen, die
die Binnenschifffahrt machen, also fahren, Häfen
organisieren und modernisieren, als Spediteure nach dem Vorteil
fahnden, den Transporte mit der Schifffahrt bieten, den
Partikulieren, Befrachtern, usw.
zeichnet sich meiner Meinung nach ein Weg ab. Ich muß
unterstreichen, diese Akteure wissen auch keine Lösungen
anzubieten, aber sie haben Fantasien, Wünsche über Bedingungen
diskutiert, von denen sie sich versprechen, Neues entwickeln zu
können. Abgesehen von einigen resignativen Stimmen, die alles
verloren glauben, kreisen die Gespräche mehr um die Fragen,
welche einzelnen Veränderungen gelingen müssen, um neue
Impulse zum Tragen kommen zu lassen. Dies kann nur abseits der
traditionellen Strukturen geschehen, nicht gegen sie, wohl aber
so versetzt, dass ohne direkte Konfrontation ein Raum entsteht,
das Neue zu versuchen und vielleicht bestätigen zu können. Es
kann kein Programm geben, welches abrupt an die Stelle des Herkömmlichen
tritt. Die Vernetzungen mithilfe der elektronischen Medien
brauchen
ihre Zeit, Interessiertheit, Erfolgsaussichten, technische Reife
als Voraussetzungen, um die Bedingungen zu entwickeln, die
geforderte Qualifikationen zu erlernen und durch Erfolge
stimulierend zu wirken. Das soziale Gefüge der Arbeitsverhältnisse
und Geschäftsbeziehungen, des Ansehens und der Bewertung der
Schifffahrt, ihre erfolgreiche wirtschaftliche Nutzung, das
wache Interesse zu Experimenten, all dies schafft einen
fruchtbaren Rahmen. Was in unserer Arbeit hervortrat, war etwas
wie eine Allianz von Personen, in deren Denken und Handeln die
Binnenschifffahrt ihren Platz in der ‚Moderne’ schon
gefunden hatte, die zunächst skeptisch später aber durch den
Austausch von Erfahrungen positiv die Sucharbeit begleiteten.
Die Selbstständigkeit der Schiffer so zu entfalten, dass sie über
die elektronischen Medien in die Lage kommen, ihre Unternehmen
selbständig und für sich oder im zeitweiligen Verbund mit
anderen Partikulieren erfolgreich
zu entwickeln ist vordringliche Bedingung für einen
durchbrechende Entwicklung. Natürlich wird dieses Szenario
heute noch vielfach belächelt, selbstverständlich gibt es ein
Klischee, das den Binnenschiffern zuletzt zutraut, mit so etwas
wie dem Internet, dem PC usw. fertig zu werden. Gleichwohl die
Gruppe der Partikuliere wächst, bei denen die Installationen
auf dem Schiff anzutreffen und nach den gegebenen Möglichkeiten
genutzt werden.
Sie vertritt jenen Lösungsweg mit den größten Chancen, dass
die Schifffahrt nicht nur fortexistieren, sondern an Gewicht
zunehmen wird. Wird in den kommenden Monaten das in Paketen
vermittelte Netz GPRS erfolgreich arbeiten, verlieren viele
Skeptiker die Gründe für einen Teil ihrer Vorbehalte. Die
Gruppe, die diesen neuen selbständigen Unternehmertyp bildet,
der sich nicht gezwungenermaßen, sondern aus dem Interesse am
selbständigen Handeln engagiert und etwas unternimmt, hat zunächst
noch keine Breitenwirkung. So mancher Widerstand wird durch Überzeugung
abgebaut werden müssen, viele Unterstützungen aus dem Kreis
der Wassertransporte betreibenden Unternehmen nötig sein, um Rückschläge
gering zu halten. Ein beeindruckendes Beispiel, dabei gut
nachzuvollziehen, bildet die Initiative der 'Frauen in der
Binnenschifffahrt'. Die Frauen sind in vielen Selbstständigkeiten
von Partikulieren Teil der Crew, für unseren Zusammenhang sogar
ein besonders wichtiger Teil, sie leiten das Büro, verwalten
das Unternehmen, managen die Versorgung, wo anders heißt das
Geschäftsführerin.
Da
sie oft am PC arbeiten, auf dem Schiff oder im Hause, hemmt
keine Schwelle den Zugang zum Internet, erschließt sich dem
Unternehmen die 'neue Informationswelt' zur Kenntnis über den
Markt, Angebot und Nachfrage, technische Daten,
Verkehrsnachrichten, Erfahrungsaustausch, die Bildung virtueller
Unternehmenszusammenschlüsse zur Ausführung von Großaufträgen.
2.
Aus den Häfen in die
Regionen und zurück: Eine neue Partnerschaft.
Es
gehört zu den Erfahrungen, die immer bei
Modernisierungsprozessen gemacht werden, dass die mit ihnen
verbundenen Brüche teils vorteilhaft, teils als abträglich
eingeschätzt werden. In der Folgenabschätzung sind die Gegensätze
schwer auszugleichen, im Prozeß verschieben sich die
Gewichtungen meist bis auf einen Restposten an Differenzen. Den
Vorgang kann man als Erfahrungslernen
bezeichnen, wobei der einschlägige Diskurs beiträgt,
viele, wenn nicht alle Menschen darin so einzubinden, dass die
Veränderungen auch mit auf ihre Beteiligungen zurückgehen.
Strukturelle Veränderungen, wie sie sich etwa durch die
Globalisierung abzeichnen, die einher gehen mit der Bildung
neuer Wachstumszentren und der Entwertung bislang wirtschaftlich
stabiler, kulturell eigenständiger Räume an anderen Orten sind
nur unaufhaltsam, wenn der Prozeß blind hingenommen wird. In
meinem Versuch einer Präzisierung des Funktionszusammenhanges
der Binnenhäfen habe ich mögliche Wirkungen der weltweiten
informationellen Vernetzung und ihre praktische Handhabung nur
am Rande angesprochen. In Wirklichkeit bedarf es einer sehr
aufmerksamen Beachtung der
Folgen des Globalisierungsprozesses im Hinblick darauf, ob er
die regionalen Potentiale einschränkt,
die Regionen 'zerstört' oder ihnen Raum läßt, sich auf die
neuen Verhältnisse einzustellen und sich in ihnen zu bewähren
"Vernetzte
Informationstechnik erweist sich als entscheidendes Medium der
systemischen Rationalisierung. (...) Ohne die Informatik wären
die großen, zum Teil europaweiten Netzwerke führender
Dienstleistungsunternehmen auf diesem Markt gar nicht denkbar.
Undenkbar wären auch die heute bekannten Frachtraum- und
Ladungsbörsen, die es ermöglichen, daß sich hergebrachte
Frachtvergabeprinzipen, wie das Tor-de-rol-Verfahren (Fracht
wird an Laderaumanbieter der Reihe nach vergeben) erübrigen."
Es liegt
sicher nicht in der Verantwortung
der Binnenhäfen, weder in der der kleinen noch der großen,
sich regionalpolitisch und die wirtschaftlichen Belange des
umgrenzen Raumes, der Arbeits- Lebens- und kulturellen Verhältnisse
zu kümmern. Das hingegen schließt nicht aus bzw. fordert
gerade dazu heraus, die eigenen Interessen als
Wasser-Land-Umschlagsplatz
mit denen der Region und anderen Häfen verbunden zu
sehen und zu entwickeln. Die Transportdichte auf dem Wasser ist
auch als Funktion der Nähe der Hafenstandorte zu den
Distributionsfeldern und ihrer Häufung mit differenzierten
Leistungsparametern zu sehen. Das verbreitete Abgrenzen aus
Konkurrenzfurcht gegenüber anderen Häfen unterbindet
Transporte. Regionale Kooperationen, die kommunalpolitisch
abgesichert und zwischen den Häfen die Leistungspalette
erweitern, können wesentlich zur Steigerung der
Umschlagsleistungen, Arbeiten und Unternehmenskompetenz
beitragen. Denn insofern die Häfen für sich und in Verbünden
die Attraktivität des Umschlagsplatzes erhöhen, Funktionen neu
hinzu entwickeln, bestehende
ausweiten, gewährleisten sie die wirtschaftliche Potenz und
innovative Kraft gegenüber den Konkurrenzen der wachsenden
Zugriffe aus den weltweiten
Vernetzungen.
Es
ist eine beachtliche Position, die von der DVZ zitiert wird.
"Gerade
die Spediteure 'vergessen allzu häufig die Binnenschifffahrt
und die Binnenhäfen bei ihrer Entscheidung über die Verkehrsträger'.
Aus diesem Grund gingen die Binnenhäfen verstärkt dazu über,
verkehrsträgerneutrale Steuerungsfunktionen zu übernehmen und
in neue Geschäftsfelder vorzudringen
So
beginnen Binnenhäfen, sich selbst in den Aufbau von
Transportketten einzuschalten, speditionelle Tätigkeiten zu übernehmen
und auch logistische Dienstleistungen anzubieten. ' wenn
die anderen dies nicht wollen, dann machen sie es eben selbst.'
"
Aus meinen Gesprächen kann ich versichern,
dass diese offensive Positionierung einer Strategie der
Binnenhäfen von vielen Vertretern anderer Häfen nicht geteilt
wird. Ohne mir ein Urteil darüber zu erlauben möchte ich
jedoch unterstreichen, dass eine solche Vorgehensweise nach
meinem Urteil zu den notwendigen Öffnungen
- und damit auch Brüchen – zählt, die zur Stärkung
der Wassertransporte beitragen werden.
3.
Das Wertschöpfungsdilemma
Es
ist dem Argument nicht viel entgegen zu halten, dass
Marktregulationen über den Preis getroffen werden. Meine Ausführungen
dazu werde ich noch ergänzen, hier geht es um die Frage, welche
Folgen Preisabhängigkeiten auf der Basis nicht marktoffener
Regulationen haben. Das Thema wird nur mit einem Beispiel ausgeführt,
es braucht keinen Disput darüber, ob es das gibt, denn der
Prozeß der Deregulation wird fortgesetzt und ist noch längst
nicht da angekommen, wo es schwierig wird, unsere öffentlichen
Kontroversen mit ihm zu füllen. Jede wirtschaftliche Vernunft
besagt, dass ein Geschäft nicht funktioniert, wenn am Ende
einer Periode die verausgabten Aufwendungen über den Preis
nicht ausgeglichen werden konnten. Sind die Lebensmittel für
die Menschen täglich zu befriedigen, die Verbrauchsmittel für
die Geräte ebenfalls, ganz zu schweigen von den Steuern und
Abgaben, lassen sich die Mittel für den Ersatz der verbrauchten
Produktionsmittelanteil schon mal strecken, wenn das Geld nicht
reinkommt. Wie lange? Ist nach einer entsprechenden Zeit das Gerät
verschlissen, findet das Geschäft sein Ende. Fixkosten werden
sie genannt, jene Aufwendungen, die immer (in gleicher Höhe)
bezogen auf die Anschaffungskosten der Investitionen anfallen.
Nur man sieht sie nicht täglich und vor allem kann man sie
solange aus dem Gedächtnis verlieren, wie sie nur 'rechnerisch'
anfallen. Erst wenn sie als Abzüge vom eigenen Geld auftreten,
das zum Kauf vorhanden war und direkte Zinsen kostet, führen
sie zu einem bösen Erwachen. Das ist jedem verständlich, geht das über einen
langen Zeitraum, gibt es zu letzt die Pleite. Der Begriff
Wertschöpfung beschreibt, dass das investierte Kapital (Schiff)
in Verbindung mit Arbeit (Schiffer, Hafenarbeiter, Disponenten
und Logistiker) neue Werte schafft, indem es
die Kohle zum
E-Werk bringt, wo sie gebraucht wird, um Strom herzustellen.
Diese Werte sind etwa in den Preisen ausgedrückt, die für den
Transport erzielt werden, je Tonne X, je Tonnenkilometer XY.
Nun gibt es
Informationen, die einen Vergleich zwischen Verkehrsträgern darüber
ermöglichen, welche Wertschöpfungsanteile auf den einen oder
anderen entfallen.
Bruttowertschöfung
in Milliarden DM zu Preisen von 1995 für
1991
1998
den Straßengüterverkehr
26,80
26,15
die
Binnenschifffahrt
1,10
1,30
in Jahre 1999
transportierten
in Mill.t
in Mrd. tkm
im Straßengüterverkehr
LKW's
3171
250
die
Schifffahrt
229
63
auf der Straße
wurden
13,8 x
3,9 x
Wertschöpfung
Straße je Einheit
DM 8,45
DM o,1046
Wertschöpfung
Schiff je Einheit
DM 4,80
DM o,0206
Es wird eine
Diskussion notwendig sein, diese Diskrepanz zwischen den beiden
Verkehrsträgern zu begründen.
4.
Preis und Politik: die Notwendigkeit, Verkehr politisch
zu regeln
Verfolgt man
mit Blick auf die zukünftigen Entwicklungen die 'Privatisierung
des Staates' in den letzten Jahren, dann legt das Ergebnis den
Hinweis nahe: Nur wenige Bereiche des gesellschaftlichen Lebens
bleiben dem politischen Gestaltungshandeln überlassen. Die
Ordnungsfunktion der größer werdenden Marktanteile erlauben
nur Vergleiche unter übereinstimmenden Verhältnissen. Das
vorherige Beispiel ist ein trefflicher Beleg dafür.
Ich stelle
hier nicht die Frage, welchen Umfang die durch Wahlen
legitimierten politischen Zielsetzungen haben sollen und in
welchem Verhältnis sie entwickelt werden müssen. Ich stelle
zunächst nur fest, es gibt legitimierte Zuordnung für
Entscheidungen der Politik, die nicht als marktoffen gelten,
dazu zählen die Steuern. Als Festgesetzte Abgaben für die
Finanzierung staatlicher Aufgaben sind sie ein eminent wichtiges
Instrument politischer Gestaltung im Sinne demokratischer
Willensbildung. Auch wenn die öffentliche Diskussion in der
Frage eines Ordnungsrahmens zum Verkehr
den Eindruck erweckt, es gäbe keine klaren Prioritäten,
so dass alle vorgetragenen Argumente in ihrer Substanz
gegeneinander zerrieben werden, besteht ein Konsens über
wesentliche Aspekte der wirtschaftlichen und sozialen
Bedingungen. Wenn hier nur die Funktionalität wirtschaftlicher
Strukturen erörtert werden soll, dann zählt ohne Frage die
Sicherung fundamentaler Rahmenbedingungen, wie der Erhalt der
Mobilität zu den hoheitlichen Aufgaben der Politik. Wie kaum in
einem anderen Kontext anzutreffen, gilt es hier eine
Interessenpluralität zu sichern, und gleichzeitig das
Aufeinandertreffen gewachsener Bedingungen, die Veränderung der
Verhältnisse unter sich modifizierenden Normen im Konsens zu
erhalten und die Zukunft zu definieren im Kontext der Gegenwart
und für eine bestimmte Form der Sicherung. Das Instrument der
Ökosteuer ist von der gegenwärtigen Regierung hochgradig
flexibel exekutiert worden. Da ist sie innovativer gewesen als
viele der vorherigen. Sie unterstrich damit den instrumentellen
Charakter, die Politische Brisanz der Kontroverse und den
Anspruch, dass sich die Politik ihrer bedienen dürfe und auch müsse.
Es ist dies ein bedeutsamer Akt gewesen, müssen sich doch Zurückhaltung
oder Verweigerung in anderen Fällen legitimieren. Das zielt
direkt auf die Frage der Preise als Instrumente der markgängigen
Regulation. Hat sie etwas bewirkt? In einer entscheidenden
Hinsicht nicht, die Wertrelationen werde nicht tangiert, solange
die Auswirkungen außerhalb der Ziele bleiben, weil die Folge zu
einer Verschärfung der Konkurrenz
wurde, bei der die schwächsten Glieder der
Transportkette zu Verlierern wurden. Das kann nun aber überhaupt
nicht mit dem Label ‚Ökologisch’ identifiziert werden.
Das kann auf
kontraproduktive Folgen hinweisen, schließlich versuchte die
Opposition das
ganze Projekt Ökologie zu torpedieren. Wenn es sich erweist,
dass der Markt trotz der Kostenvorteile nicht andeutet, wie die
Transportfrage in den kommenden 20 Jahren gelöst werden kann,
muß politische Verantwortung die staatlichen Instrumente
nutzen, um vorzusorgen.
Entscheidend
ist jedoch, dass es sich unter der Annahme der Sinnhaftigkeit
alle Verkehrsträger nach ihren jeweiligen transporttechnischen,
wirtschaftlichen, ökoloschen, sozialen und logistischen
Leistungen einzusetzen, darum dreht, ein Gesamtkonzept zu
entwickeln. Das könnte schließlich auch
über Steuern dazu führen, die Beteiligungen der
Verkehrsträger über die Preisgestaltung auszutarieren, auf der
Grundlage von durch verschiedene Parameter synthetisch
gefundenen Wertschöpfungsanteilen. Wenn die Binnenschifffahrt
nicht in der Lage ist, die Amortisation ihrer Investitionen in
Schiffen, Technik, Ausstattung und Qualifikation über den Preis
zu gewährleisten, können auch jene Entwicklungen nicht
greifen, die in diesem Beitrag positiv herausgestellt wurden.
Schließlich bleibt die Frage zu beantworten, wohin mit den Gütern,
deren Mengen zunehmen, für die allein heute schon Reserven auf
Flüssen und Kanälen von etwa 60 Mrd. tkm existieren, das sind
gut 16 % des Aufkommens von 1999. Wird der Vorschlag im Weißbruch
zur europäischen Verkehrspolitik bis 2010, wie von der
EU-Kommissarin Loyola de Palacio vorgetragen, realisiert, die
Quotierung der Verkehrsträger auf 1989 festzulegen, wäre eine
Orientierung für die nationale und regionale Politik
vorgegeben. Damit könnte die
Binnenschifffahrt mit den auf sie zufallenden Zuwächsen eine
Wende zu einer wirksamen ökologischen Transportpolitik herbeiführen.
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